Kennst du Theodor Fontane?

Kennst du Theodor Fontane?

Sebastian Hennig

2018, 156 Seiten, ab 15 Jahre

ISBN: 978-3-86397-055-0
Preis: 14,80 €

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Ein Preuße französischer Abstammung, ein detailgenauer Beobachter, ein zurückhaltender Chronist seiner Zeit, das ist Theodor Fontane.

Vom jungen Apotheker über den Balladendichter und Journalisten wurde Fontane zum gefeierten Reiseberichtautor und späten Romancier. In seinen großen Gesellschaftsromanen verstand er es, den Zeitgeists einzufangen und ein Abbild der Gesellschaft des späten 19. Jahrhunderts zu gestalten.

Dieses Buch begleitet den Autor auf seinem Weg und stellt sich zugleich die Frage: Was können uns Fontanes Beobachtungen heute noch sagen?

 

Blick ins Buch

Rezensionen

Kinder- und Jugendbuchmesse

„Autor Sebastian Hennig versteht es Verbindungen vom Werk Fontane`s zu aktuellen Zeitgeschehnissen herzustellen, die verblüffen: [...] Was sagt uns das Trauerspiel von Afghanistan für heutige Einsätze der Bundeswehr am Hindukusch? Deutlich wird, dass Fontane seine Werke gewissermaßen zeitlos angelegt hat.
Was Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert bewegt hat, beschäftigt uns auch heute noch. Die Umstände haben sich geändert, die Herausforderungen an Haltung, politischer Einstellung, Moral und Stellungnahme zu gesellschaftlichen Entwicklungen bleiben bestehen, haben sich gefühlt sogar vergrößert, denkt man an die Globalisierung der Welt.
Mein Fazit: Bertuchs Weltliteratur für junge Leser macht einmal mehr Appetit sich bekannten Autorinnen und Autoren neu/wieder zu nähern.” (Juni 2018)

Christian Kühn - KIBUM

 

MOZ - Märkische Oderzeitung

„Sebastian Hennig, Maler, Grafiker und Publizist, ist wie Theodor Fontane (1819–1898) ein Wanderer sowohl im Geiste als auch in gut eingelaufenen Wanderstiefeln. Dabei hat er vor allem seine sächsische Heimat und die Jahrzehnte um die vorletzte Jahrhundertwende im Blick. [… Hier] begibt er sich […] auf Fontanes literarische Spuren in die Mark Brandenburg und lädt junge Leute dazu ein, ihm zu folgen.

Seine intensive Bekanntschaft mit Fontane geht auf eine seiner Lehrerinnen zurück, die es wohl tatsächlich verstanden hatte, ihren Schüler(inne)n Literatur überzeugend zu vermitteln. […] Hennig […] erweist sich hierin, wie in seinen Bildern, als ein Meister der leisen und der Zwischentöne. Behutsam didaktisch erschließt er jungen Lesern den nur scheinbar so zeitenfernen Dichter.

Entstanden ist eine kommentierte Blütenlese (oder Anthologie) mit Bezügen zur Gegenwart, die wohl nicht jedem ohne weiteres eingefallen wären. Das selbstlose Handeln des pflichtbewussten Steuermannes „John Maynard“ (1841) setzt er in Beziehung zum unwürdigen Abgang des Kapitäns der „Costa Concordia“ 2012; anhand der 1859 entstandenen Ballade „Das Trauerspiel von Afghanistan“ weist er auf die nun schon über zwei Jahrhunderte währende fatale Kontinuität der Aggressionen gegen die einst so stolzen Stämme der Paschtunen hin.

Über die von ihm hauptsächlich aus Fontanes Romanen Irrungen und Wirrungen und Der Stechlin ausgewählte Prosa schreibt Sebastian Hennig: „Wer zupackende Spannung erwartet und in kraftvolle Auseinandersetzungen hineingezogen werden will, der wird sich in den ruhigen gleichmäßigen Fortgang des Erzählens bei Fontane erst hineinfinden müssen. Die Geduld wird belohnt werden. Trotz aller Beschaulichkeit geht es letztlich sehr leidenschaftlich zu. Im Mittelpunkt steht der moderne Mensch, das Individuum, welches mit seinen Neigungen ständig in Widerspruch zu anderen Individuen gerät. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Für ihn stellt das Lesen Fontanes wie das „Wandern und Wundern“, das Gehen zu Fuß, ein Innehalten, ein Verweilen in zahlreichen Augenblicken dar, welches […] erlaubt, ex ungue leonem von Teilen auf das Ganze zu schließen. Man muss sich für die Details nur genügend Zeit nehmen.” 

Kulturhistoriker Bernd-Ingo Friedrich,
7. Sept. 2018 in MOZ

Vorschau & Rückblick

"Erfreulich ist Hennigs Bemühen, aktuelle und für den Leser unserer Zeit bekannte  Ereignisse mit den alten Texten zu verknüpfen. [...] Ansehnlich sind auch die begleitenden Illustrationen in Form von Fotos und Zeichnungen, wobei eine von Hennig selbst angefertigte Lithographie das Titelbild abgibt und in größerem Format im Buch selbst als Doppelseite auftaucht. [...]
Zu resümieren bleibt, dass Hennigs Buch eine Brücke baut, über die ein jugendlicher Leser durchaus mit Gewinn gehen kann."

Bertram Kazmirowski,
Vorschau & Rückblick, November 2018