Kennst du Heinrich Heine?

Kennst du Heinrich Heine?

Wilfried Bütow

2006, 148 Seiten, ab 14 Jahre

ISBN: 978-3-937601-32-8
Preis: 12,80 €

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Literaturneugierige Leser finden hier in den Texten Heines unerwartet viele Gedanken und Emotionen, die ihnen nahe sind. Die Einblicke in das künstlerisch so abwechslungsreiche Werk Heines machen begreiflich: Er ist ein universeller, ein moderner, ein europäischer Dichter. Aber auch der umstrittenste deutsche Dichter.

Heine war einer der ersten, der sich als freier Schriftsteller behauptete. 1831 emigrierte der Dichter, dessen Religion die Freiheit war und der sich von keiner Ideologie vereinnahmen ließ, nach Paris, weil er in Deutschland nicht mehr sicher war. In seinem Vaterland wurden viele seiner Schriften verboten und unterdrückt – und das bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Entdecken wird der Leser einen modernen Dichter und einen großen Anreger. Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich-witzig zu polemisieren. Bewegendes ist über den späten Heine zu lesen: Sein Leben in der "Matratzengruft" und die Dichtung dieser Jahre als Balanceakt "zwischen Tränen und Gelächter".

Leseprobe

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Rezension

Rezension von Wilfried Behrendt


Da steht ein cooler Typ. Beide Hände hat er betont lässig in seine Jeanshosentaschen gesteckt. Der Kopf allerdings ist eine Leihgabe aus dem Jahre 1828. Er entstammt dem Heinrich-Heine-Portrait von Gottlieb Gassen, das den Dichter in der Blüte seiner Jahre zeigt. Eine riesige Sprechblase fragt: Kennst du Heinrich Heine?
Die Cover Botschaft ist eindeutig: Ich, Heinrich Heine, bin einer von euch. Aber kennt ihr mich eigentlich? Weltliteratur für junge Leser verkündet die Reihen-Headline. Zugegeben, trotz meiner wohlwollenden Neugier war ich zunächst etwas skeptisch: Heine (allzu) light? Nichts da! Bei aller gebotenen Pointiertheit wird nicht vordergründig um Interesse gebuhlt. Der Leser wir kompromisslos erst genommen. Der avisierte spezielle (jugendliche) Adressatenkreis bleibt dabei stets „im Blick“. Dies gelingt vor allem durch eine Fülle interessanter Aspekte und Zugangsweisen, die wiederum Spielräume für eigenes Entdecken und Interpretieren bieten. Alle „Zutaten“ – einschließlich der illustrativen – behalten immer ihren dienenden Charakter, indem sie konsequent von Heine zu Heine moderieren.
Ein informatives, anregendes, erhellendes und nicht zuletzt sehr unterhaltsames Büchlein!
Es sei wärmstens empfohlen, nicht nur jungen, sondern auch jung gewesenen oder – besser noch – jung gebliebenen Lesern!